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Liebe Gemeinde,

kennen Sie den Begriff „Parusie“?

Wahrscheinlich nicht. Dabei ist dieser theologische Begriff sehr wesentlich für unseren Glauben. Er bezeichnet die Erwartung der Wiederkunft Christi.

Mit Jesu Geburt, Leben und Sterben hat das Reich Gottes begonnen, bei sei-ner Wiederkunft wird es vollendet. Die Zeit bis dahin nennt man Parusie, übersetzt: Erwartung. Die Jünger damals glaubten, das geschieht sehr bald. 2000 Jahre später wissen wir: Bei Gott laufen Uhren anders.

Manche Theologen beschreiben diese Zwischenzeit, in der wir das Reich Got-tes mit unseren Mitteln sichtbarmachen sollen, als „schon und noch nicht“ Zeit.

Vielleicht denken Sie nun - sag mal, was will er jetzt damit?

Ich muss sagen, ich empfinde diese Corona-Zeit grade als eine Art „Parusie“. Ich erwarte das Wiederkommen der Normalität. Sie lässt sich erahnen in den schon vorgenommenen Lockerungen, ist aber noch nicht endgültig da – und ich bzw. wir als Gemeinde müssen versuchen, diese Zeit mit unseren Mitteln so gut wie möglich zu gestalten.

Manches ist schon möglich, aber vieles noch nicht, wie Sie im Gemeindebrief erkennen können.

Das Titelbild erinnert mich daran, dass die Sommerferien schon vor der Türe stehen, aber viele vielleicht noch nicht wissen, wie sie ihren Urlaub gestalten sollen. Die Corona-Krise mit all ihren - wenn auch gelockerten Beschränkungen wird sicherlich auch Auswirkungen auf den Urlaub und die Ferien haben. Es ist aber eine wichtige Zeit, in der man eben noch nicht an das denken soll, was sich schon am Ende abzeichnet. Einfach die Seele baumeln lassen, nach all den schwierigen Wochen, Kraft tanken für das Kommende und vielleicht nochmals entdecken, was wirklich wichtig ist in meinem Leben.

Als Christen wissen wir, dass wir in dieser „schon und noch nicht“ Zeit keinesfalls alleingelassen sind, sondern dass Gott da ist mit seinem guten Geist, der uns leitet und begleitet.

So wünsche ich uns als Gemeinde in den nächsten Wochen die nötige Geduld und Phantasie für das Gemeindeleben und Ihnen allen für die Urlaubszeit erholsame Tage, egal wo und wie Sie diese verbringen werden.

Ihr Pfarrer Andreas Marquardt