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Liebe Gemeinde,

als ich gestern Abend vom Büro nachhause ging, hatte ich den Eindruck, dass sich etwas verändert hatte. Die Luft war irgendwie anders. Nach einer Zeit voller kalter Tage und spätwinterlicher Stimmung lag auf einmal der Frühling in der Luft. Ich weiß nicht, ob es Ihnen auch so geht und ich kann diese Frühlingsatmosphäre auch nicht genau beschreiben. Aber jedes Jahr merke ich aufs Neue an der Luft, dass der Frühling naht. Und das geschieht oft relativ unvermittelt. Vor kurzem lag noch Schnee und dann auf einmal hat es frühlingshafte Temperaturen.

Mit dem April sind wir mitten im Frühling angelangt: die ersten Blumen sind schon längst in den Gärten zu sehen, immer häufiger hört man die Vögel zwitschern, die Tage werden immer länger.

Ich freue mich auf diese Frühlingszeit. So sehr ich auch den Winter mit seinen gemütlichen Stunden (und im Idealfall mit schönen Schnee-Tagen) schätze, so sehr bin ich nun auch wieder froh, dass sich diese kalte Jahreszeit dem Ende geneigt hat. Dass die Welt wieder aus dem Winterschlaf erwacht ist und der Frühling sich Schritt für Schritt in Richtung Sommer bewegt.

Wenn ich auf unser Kirchenjahr blicke, merke ich: es passt wirklich gut, dass der Ostertermin in der Frühlingszeit liegt. Denn Ostern hat etwas Frühlingshaftes. Ostern bedeutet Auferstehung, Leben, Sieg über Dunkelheit und Tod. Und ich denke, für die Jünger und Jüngerinnen Jesu kam die Botschaft, dass dieser Jesus auferstanden ist, ähnlich überraschend und unvermittelt wie für mich nach einem langen Winter die oben beschriebene Frühlingsatmosphäre. So wie der Winter vom Frühling besiegt wird, so wird in Jesu Heilstaten der Tod vom Leben besiegt.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Osterzeit, in der Sie viele schöne Frühlingsstunden genießen können. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie sich gerade auch in dieser Osterzeit immer wieder daran erinnern, was der christliche Glaube uns verheißt: Kälte und Dunkelheit werden zwar immer wieder zu unserem Leben dazugehören aber sie werden nicht das letzte Wort haben. Denn am Ende steht das Licht, die Auferstehung und das Leben.

PA  Andreas Ruiner