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Auf ein Wort

Liebe Gemeinde,

nach einem heißen und sonnigen Sommer sind wir nun im Oktober angelangt.

Es ist Herbst geworden. Für mich ist der Herbst eine Art Zwischenzeit, der Übergang zwischen Sommer und Winter. Eine Zeit der Erinnerung an den Sommer, auch an die Urlaubszeit - und eine Zeit des Ausblicks auf den immer näher kommenden Winter. Ein Ereignis verband ich als Kind ganz besonders mit dem Herbst: Das Erntedankfest.

Dieses Erntedankfest wird in vielen katholischen Kirchengemeinden am ersten Sonntag im Oktober gefeiert. Wir danken dabei Gott für die Gaben, die wir geerntet haben und genießen dürfen.

Bei der Gabenbereitung im Rahmen einer Eucharistiefeier spricht der Priester: „Gepriesen bist du, Herr unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit.“ Mir gefällt diese Formulierung, denn sie bringt zum Ausdruck, dass es nicht selbstverständlich ist, dass wir genug zu essen haben. Nur wenn die Erde Frucht bringt und der Mensch diese Frucht richtig verarbeitet, kann das Brot entstehen. Damit wird der Mensch auch in die Verantwortung genommen, klug mit der Natur und den Früchten der Erde umzugehen.

Das Erntedankfest sollte uns also auch eine Mahnung sein: Laut aktuellem Bericht der Vereinten Nationen leiden 821 Millionen Menschen unter Hunger – also jeder neunte Mensch. 150 Millionen Kinder sind wegen chronischer Mangelernährung unterentwickelt. Damit rückt das Ziel der Weltgemeinschaft, Hunger bis 2030 zu beseitigen, in weite Ferne. Gleichzeitig nimmt die Zahl der stark übergewichtigen Erwachsenen zu. Gerade uns als Christen dürfen solche Zahlen nicht kalt lassen. Und wir sind aufgefordert, im Rahmen unserer Möglichkeiten dem Hunger auf der Welt entgegenzuwirken.

Johannes der Täufer hatte dazu eine klare Meinung: „Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso!“ (Lukas 3,11)

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Herbst und freue mich auf viele Begegnungen mit Ihnen!

Ihr PA Andreas Ruiner