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Auf ein Wort

Jahres-Wechsel

Ich weiß nicht, wie es Ihnen so geht, wenn am Silvesterabend die Zeiger langsam auf Mitternacht zugehen. Eine seltsame Stimmung macht sich breit.

Auf der einen Seite Vorfreude, aber auch ein wenig Melancholie.

Manche sind vielleicht froh, dass 2019 zu Ende geht, weil es ein schwieriges Jahr für sie war und hoffen auf ein besseres. Andere hatten schöne Erlebnisse, blicken aber mit Sorgen in die Zukunft.

In den letzten Jahre hörte ich mich oft sagen: “Ach was soll´s, was ändert sich den mit dem Datums -Wechsel, das neue Jahr wird so wie das Alte.“

In diesem Jahr wird es für mich anders sein. An Silvester endet für mich ein Jahr, das einige Wechsel im persönlichen Bereich mit sich brachte.

Der Orts-Wechsel von Filderstadt, da kannte ich jede Straße, nach Vaihingen, wo ich nur mit Hilfe des Navis ans Ziel gelange.

Und schließlich der Stellen-Wechsel von der Seelsorgeeinheit Filderstadt in die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart Vaihingen.

Ein einschneidendes Ereignis verbunden mit Dankbarkeit und Traurigkeit, aber auch mit Vorfreude und Neugierde.

Vertrautes hinter sich lassen, Gesichter, Strukturen, Abläufe, Wohnung, Freunde, Bekannte und sich aufmachen in eine neue Umgebung und in ein neues Aufgabengebiet, das ist nicht immer so leicht.
Wir beginnen jetzt die Vorbereitung auf Weihnachten, die Zeit der Erwartung – den Advent. Für mich persönlich eine geschenkte Zeit in der ich mich mit meinen Erwartungen und denen, die an mich herangetragen werden auseinandersetzen kann. Eine Zeit, des Hineinwachsens und Kennenlernens. Eine Zeit in der Unbekanntes langsam vertrauter wird und Gestalt annimmt wie das Kind in Maria, dessen Geburt wir dann feiern.

Bei uns zu Hause gab es an Silvester die Tradition kurz vor Mitternacht noch einmal an die Krippe zu gehen, um das alte Jahr mit all dem was war und das Neue mit all dem was sein wird in die Hände des kleinen Kindes zu legen dessen Geburt wir gefeiert haben, im Vertrauen darauf, dass bei ihm alles - Anfang und Ende - gut aufgehoben ist.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit und einen guten Jahres-Wechsel.

Pfarrer Andreas Marquardt