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Vorübergehend nicht erreichbar

Oft heißt es von Jesus:
Er zog sich zurück.
An einen stillen Ort,
auf einen Berg,
in einem Boot weg vom Ufer.

Sich zurückziehen:
Ruhe finden,
Kräfte sammeln,
Abstand gewinnen.

Wie anders ich:
immer erreichbar,
über Handy und Internet
an der elektronischen Leine.

Ich weiß gar nicht mehr,
wie sich das anfühlt:
Mal nicht ständig erreichbar,
nicht fortwährend verfügbar sein.
Mal ohne Angst, etwas zu verpassen.

Das wäre doch mal was:
Einfach die Tür hinter mir zumachen,
für niemanden zu sprechen sein,
die Welt draußen lassen.
Abstand gewinnen.
Ruhe finden.

Für eine Weile jedenfalls

Text: Gisela Baltes, Pfarrbriefservice.de

Liebe Leserinnen und Leser des Gemeindebriefes,

mit diesen Worten von Gisela Baltes grüße ich Sie zum Beginn der Sommerferien.

Ferien – Auszeit – Urlaubszeit

Was bedeuten einem jeden von uns diese Zeiten?
Ausbrechen aus dem Arbeitsalltag
Zeit haben für Stille
Zeit haben für Begegnungen
Zeit haben für Gott

Nicht, dass ich in jedem Gottesdienst auf die Uhr schaue und denke, hoffentlich ist dieser gleich zu Ende, nein, diese Zeit ist Gott geschenkte Zeit; ist ihm geschenkte Zeit. Für alles Mögliche haben wir Zeit genug, wenn wir an die Zeit am Smartphone oder Computer denken, an Fußballspiele, welche in die mehrfache Verlängerung gehen oder andere Veranstaltungen, bei welchen die Zeit keine Rolle zu spielen scheint.

Warum nicht auch Gott einmal eine Zeit, eine Stunde in der Woche schenken? Er ist es, der uns unser Tun erst ermöglicht; er ist es, welcher unser Tun begleitet.

Robert Kardinal Sarah, Präfekt für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, sagte es jüngst so:
„… Die liturgische Handlung [ist] nicht nur ein GEBET, sondern auch und vor allem ein MYSTERIUM […], bei dem sich für uns etwas vollzieht, das wir zwar nicht gänzlich verstehen können, doch das wir im Glauben, in der Liebe, im Gehorsam und in einem anbetenden Schweigen annehmen und empfangen müssen. Und genau das ist die wahre Bedeutung der aktiven Anteilnahme der Gläubigen.
Es handelt sich dabei nicht um eine nur äußere Aktivität, um eine Verteilung der Rollen oder die Funktionen in der Liturgie, sondern vielmehr um eine stark aktive Aufnahmebereitschaft: die Aufnahme geschieht in Christus und mit Christus, der demütigen Selbsthingabe im stillen Gebet, und in einer vollkommen kontemplativen Haltung.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gesegnete Ferienzeit.

Pfr. Michael Bartzik