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Zwischen Lebkuchen und Weihnachtsmann lacht mich doch das Christkind an!

Liebe Leserinnen und Leser,

es stimmt, vieles wird mich in den nächsten Tagen und Wochen in Beschlag nehmen, bis ich, hoffentlich spätestens am Heiligen Abend in der Krippenfeier in ein echtes Weihnachtsgefühl eintauchen darf.

Unsere Umwelt macht es einem gar nicht leicht den christlichen Sinn des Festes nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Zeitgenossen kennen nur noch den Weihnachtsmann und bringen Weihnachten nicht mehr mit dem Geburtsfest unseres Erlösers in Verbindung.

Leckereien, Planungen und Dekoration treten jedoch auch im christlichen gerne in den Vordergrund.
Bewusst möchte ich diesen Advent nutzen, um einige besinnliche Akzente zu setzen und nicht, wie es ein Kinderwort sagt („Advent, Advent ein Lichtlein brennt, erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür. Und wenn das fünfte Lichtlein brennt, dann hast du Weihnachten verpennt“) buchstäblich kurz vor Silvester zu merken: Mensch, jetzt hast Du Weihnachten verpennt!

Schnell geschieht es im Alltag einen der zentralen christlichen Glaubensinhalte aus dem Blick zu verlieren. Ich meine hiermit die Menschwerdung Gottes und damit verbunden den Glauben daran, dass Göttliches in unserer Welt immer neu aufscheint.

Gerade auf dieser Erde, die vom Terror bedroht ist und deren Bewohner sich ständig neuen Herausforderungen stellen müssen, sei es in Hinblick auf politische, soziale und umwelttechnische Veränderungen.

Vor wahrscheinlich etwas mehr als 2000 Jahren wird ein Kind geboren, hinein in eine Welt, gleichsam voll an Bedrohungen und Ungerechtigkeiten wie unsere. Ein kleines Kind, zerbrechlich und schutzlos. Ganz neu und darauf angewiesen, dass es beachtet wird. Etwas Neues, das in seinem Umfeld die Hoffnung nährt.

In meinem Leben entdecke ich, wenn ich dem Neuen Beachtung schenke, sehr viel Hoffnungsvolles, vielleicht auch Göttliches. Die Freundschaft, die neu belebt wird. Das lang vergessene Hobby, für welches ich endlich wieder Zeit frei geschaufelt habe. Alles kleine Wegmarken, die ich in meinem Leben als  erlöste Christin erkennen darf. An dem neu Geschenkten oder Neugeborenen, an dem ich mich freuen darf! Das ist weihnachtlich!

Selbst, wenn mir der kühle Wind unserer unsicheren Zeit um die Ohren weht oder ich gerade nach einem strikten Plan „herumfliege“ und To-do-Listen abarbeite, wie der Weihnachtsmann Geschenke verteilt.

Einer, der am Nordpol zwischen den Eisschollen wohnt mit dubioser Adresse, ohne plausible Quelle, der aus beträchtlichem Reichtum schöpft und nach Mitternacht, wenn die meisten Bürger schlafen, durch den Schornstein steigt… Wenn das kein Grund zur Besorgnis ist?

Schneller, reicher, größer, fantastischer im Leben weiter machen wie der Weihnachtsmann? Dabei will ich mich in diesem Advent bewusst ertappen, genau hinschauen und erkennen: zwischen Lebkuchen und Weihnachtsmann lacht mich doch das Christkind an!

Gesegnete Festtage, Ihre Pastoralreferentin Eva-Maria Weber