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Unsere Kirche

 

 

Das im Jahre 1954 errichtete Gebäude steht auf einem der höchsten Punkte in Büsnau direkt an der Büsnauer Straße. Anbei ein kurzer Werkbericht des letzten großen Bauabschnitts aus dem Jahr 1994, in welchem auch die Baugeschichte durch den damaligen Pfarrer Albert Ciupke beschrieben wird

"Nach dem 2. Weltkrieg war Deutschland eine Ruine; den Osten hatten wir verloren, 15 Millionen heimatlose Menschen mußten im viergeteilten Land eine neue Heimat finden.

Die Stadt Stuttgart unter dem damaligen Oberbürgermeister Dr. Arnulf Klett kann eine tiefe Genugtuung darüber empfinden, daß sie in der Bewältigung der Vertriebenenfrage in Deutschland federführend gewesen ist. Im Herbst 1946 beschloß der Gemeinderat der Stadt die erste „Flüchtlingssiedlung“ im Südwesten der Stadt, nämlich in Büsnau. Die meisten dieser Neusiedler waren Vertriebene aus dem Buchenland (Bukowina/Rumänien), vornehmlich aus dem Bezirk Radautz und Czernowitz.

Durch Fleiß und Opferbereitschaft dieser Menschen entstand bald eine ansehnliche Siedlung am Rande der Großstadt; in der natürlich das Gotteshaus nicht fehlen durfte. Die ersten Heiligen Messern wurden in der Werkhalle der Siedlungsgenossenschaft gehalten, später feierte man in der Schulbaracke und danach in der neu gebauten Schule den Gottesdienst.

Das Bischöfliche Ordinariat Rottenburg erwarb einen Bauplatz mit 35,08 ar an der Büsnauer Straße von der Stadt Stuttgart am 21.12.1953 (qm 2,5 DM) und beauftragte mit dem Bau einer Kirche Architekten Regierungsbaumeister Otto Müller, Stuttgart. Mitte März 1654 wurde mit dem Bau begonnen. Grundsteinlegung war am 27.6.1954, Richtfest am 28.9. des gleichen Jahres. Die Bauarbeiten wurden besonders durch viele Gemeindemitglieder unterstützt. Die Kirche wurde am 1. Mai 1955 durch Bischof Carl Joseph Leiprecht unter großer Anteilnahme der Bevölkerung geweiht. Sie erhielt den Namen „Maria Königin des Friedens“. Mit der Seelsorge wurde Kurat Karl Vogt beauftragt. Die Zahl der Katholiken betrug 2 000. Die Kirche ist 34m lang und 17m breit und umfaßt 400 Sitzplätze. Die Baukosten der Kirche betrugen 324 270 DM.


Pfarrer Albert Ciupke"

"Nach 39 Jahren wurde es nun Zeit, den Innenraum des Gotteshauses zu erneuern. Der Kirchengemeinderat von Maria Königin des Friedens in Büsnau beauftragte mit der Planung und Bauaufsicht die Architekten Brümmendorf-Müller-Murr-Reichmann (Arcass, Stuttgart). Herrn Alfred Tme aus Lautenbach wurde die künstlerische Gestaltung für Altar, Ambo, Tabernakel, Taufbecken und Osterleuchter übertragen. Neben einer neuen Heizung und neuen elektrischen Anlage, neuer Bänke und einem neuen Fußboden war der wichtigste Teil der Renovierung die Neugestaltung des Altarraumes.

Der Altar ist nun in die Mittelachse zwischen den beiden parabelförmigen Bögen gestellt, quadratisch und sich nach unten kelchförmig verjüngend, so daß er eine Antwort auf die Parabelform der Bögen gibt. Zum Gemeinderaum hin ist die gekrümmte Stufenlage zwischen „Ecksteine“ eingespannt. Sie betonen die Standorte für Ambo und Osterkerze. „Der Ambo stellt die plastische Verbindung zwischen Kirchenschiff und Altarbereich her. Durch seine Gestaltung übergreift er die Stufen vom Altarbereich bis zum Fußboden des Gemeinderaumes“ (Brümmendorf).

Die Farbgebung ist auf das Braun-Grau-Blau des großen Altarreliefs von Otto Habel abgestimmt. Die Wände und Decken sind lichtblau und weiß gestrichen, so daß dadurch die Helligkeit des Raumes erhöht wird. Die Bänke und Sedilien aus Buchenholz bringen Wärme und den Raum. Für den Kirchenraum ergeben sich jetzt 272 Sitzplätze. Die Gesamtkosten der Renovierung belaufen sich auf 1,4 Millionen DM.

Am 1. Mai 1994 beging unsere Gemeinde in Dankbarkeit und Freude im umgestalteten Gotteshaus die Altarweihe durch Weißbischof Dr. Johannes Kreidler. Den festlichen Gottesdienst umrahmten musikalisch die Kirchenchöre von Maximilian Kolbe, Stuttgart-Vaihingen und Maria Königin des Friedens, Stuttgart-Büsnau, unter großer Teilnahme vieler Ehrengäste aus Stuttgart und Rottenburg – von Rottenburg war eigens Herr Architekt Joachim Appel angereist -.

Pfarrer Albert Ciupke"