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From "https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fr.Maximilian_Kolbe_1939.jpg#filehistory"

Vor  75  Jahren  starb Pater Maximilian  Kolbe  in  Ausschwitz  im  Hungerbunker.
Wir wollen diesen Gedenktag am 20. November 2016 im Gottesdienst (9.30 Uhr) und anschließend in einem Vortrag (10.45 Uhr) aufgreifen.
Pater Andreas Murk - wie Maximilian Kolbe ein Franziskaner Minorit - wird mit uns die  Messe  feiern  und  uns  anschließend  diesen Märtyrer  der  Nächstenliebe näher bringen.
Der freiwillige Märtyrertod von Maximilian Kolbe ist die finale Konsequenz  eines  Lebens,  das  trotz  mancher  Widrigkeit  mit  großer  Zuversicht, viel Mut und Handlungsstärke die Botschaft von Jesus Christus und vor allem die Verehrung von Maria als Lebensinhalt hat.
Inmitten der menschenverachtenden Welt  des KZ Ausschwitz zeigt Maximilian Kolbe Menschlichkeit und  behält  sein  Gottvertrauen  und  wird  durch  sein  Handeln  zu  einem  der großen Heiligen des 20. Jahrhunderts.

Weiterführende Links zur Person von Pater  Maximilian Kolbe

Zum Entwurf von Alois Landmann

Pfarrkirche Maximilian Kolbe in Stuttgart-Vaihingen

Realisierungswettbewerb für die künstlerische Gestaltung

Erläuterung des Entwurfs zur Gestaltung des Altarraums von Herrn Landmann

Der schlichte Funktionsraum und vor allem die gezielten architektonischen Eingriffe zu einer sakralen Aufwertung bilden meinen Gestaltungsansatz.

Streng verkürzt könnte man die neuen Veränderungen - Abhängen der Decke im Eingangsbereich, Stufenpodeste im Altarraum und die herausgerückte Apsis mit Oberlicht - als räumlich gegliederte Schichtungen auffassen. Das war für mich der Anlass diese Sichtweise in abstrahierter und verdichteter Form in den Prinzipalien weiterzuentwickeln.

So besteht der Altar aus zwölf über einander geschichteten, quadratischen Leimholztafeln mit ebenso vielen diagonal verlaufenden, schmalen Zwischenlagem. In massiver Eiche mit diagonaler Holzrichtung verleimt, gebürstet, geräuchert und zu einem Block gefügt, bildet er eine offene, transparente wie auch klare und kraftvolle Raumbestimmtheit. Die Zahl Zwölf weist auf das Abendmahl und auf Versammlung hin, das Aufeinanderlagern auf Verlässlichkeit und Solidarität. Es enthält die Begriffe Aufbauen, Gefüge, Gemeinsamkeit. Verbindlichkeit sowie auch Öffnung und Sensibilität.

Ich bitte Sie zu berücksichtigen, dass alle Holzmodelle (M 1:10) aufgrund der Kleinteiligkeit beim Räuchervorgang leider zu stark gedunkelt sind. Für die Ausführung ist eine hellere Variante vorgesehen wie sie als Muster beiliegt.

Der Ambo steht in enger Beziehung zum Altar. Er nimmt ein Viertel von dessen Grundfläche ein, übernimmt den Schichtrhythmus bis zur Zwölf, erfährt aber dann eine kompakte Aufstockung mit schräger Buchauflage, die ihn eindeutig zum „Ort des Wortes' macht. Eine Möglichkeit für die Buchablage ist hinten in das Gestaltungsprinzip integriert. Material und Bearbeitung sind mit dem Altar identisch.

Die offenen Schlitze von Altar und Ambo orientieren sich zueinander hin, bauen quasi den Liturgieraum auf und verweben sich gleichzeitig mit ihm. Nach außen hin stabilisiert und begrenzt der massive Schichtkern mit einer klaren Kante die Verflechtung.

Klare Kanten, jedoch mit weniger Schichtungsmerkmalen bestimmen auch die anderen liturgischen Objekte und wollen dem zusätzlichen Material Edelstahl den Vorzug geben. So besteht der Tabernakelträger unten aus einem massiven Eichenholzschaft, ebenfalls gebürstet und geräuchert. Darauf folgt im gleichen Material zwischen eingerückten Auflagern eine ausladende Holztafel, die in einen optischen Dialog zur Altarmensa tritt und als Abstellfläche dienen kann. Den Abschluss bildet dann der eigentliche Tabernakel als Tresor in Würfelform. Er ist aus Chrom-Nickel-Stahl verschweißt und mit eingehämmerter Oberflächenstruktur verzundert. Die Türe, ganzflächig und schlicht, kann zur Gemeinde hin geöffnet werden. Seine Kraft schöpft er aus der schlichten Körperlichkeit und Materialität. Unter Umständen kann durch leichtes Überschleifen den Oberflächen ein schimmernder Mattglanz verliehen werden.

Taufbecken und Osterleuchter sind ähnlich konzipiert. Auf einem stehenden Eichenholz lagert, abgehoben durch einen umlaufenden Einschnitt, das schalenförmige Taufbecken bzw. die Kerzenhalterung aus Edelstahl, verzundert und bearbeitet wie der Tabernakel. Die Stärke (4 cm) orientiert sich an den Gliederungen der anderen Objekte. Die Schalentiefe ist entsprechend gering jedoch weit ausladend bis hin zum Beckenrand. Auf Wunsch könnte die Taufschale abnehmbar hergestellt werden. Beim Osterleuchter sorgt eine Gewichtsverstärkung am unteren Schaftende für eine gute Standfestigkeit.

Die Verortung der einzelnen Gegenstände aus der Blickrichtung der Gemeinde sieht, wie im Raummodell 1:50 dargestellt, folgendermaßen aus:

Der Altar steht in der Raumachse ca. 1,30 m hinter der Stufenvorderkante. Davor im Boden könnte das Sepulcrum für die Reliquien eingelassen werden.

Eine Stufe höher, rechts davon, hat der Ambo seinen Platz. Der Abstand zwischen Vorderkante oberes Podest und Ambo beträgt eine Stufentiefe, der linke Abstand zur seitlichen Podestkante zwei Stufentiefen.

An der Nordwand dahinter haben Priestersitz und Sedilien ihren Platz. Als Hocker ausgeführt, beispielsweise in umgedrehter U-Form und mit gleicher Holzstärke wie die Schichtungen der Prinzipalien, jedoch aus hellem Holz, gleich wie die Bestuhlung im Schiff, entstünde eine Verzahnung zwischen Altarraum und Kirchenschiff.

Das Ewige Licht könnte direkt an der rechten Nordwand, zwischen Sedilien und der Raumkante zur Apsis, als einfache Konsole aus dunkler Eiche mit verzundertem Edelstahlaufsatz für den Glaszylinder angebracht werden.

Gegenüber auf der anderen Seite der Apsis, im Raum stehend, ist der Tabernakel mit Stele positioniert. Ob er evtl. etwas näher zur Raumachse hin gerückt werden müsste, sollte man vor Ort entscheiden. Jedenfalls ist es gewollt, dass die ausladende Abstelltafel aus manchen Perspektiven sich optisch in das Kolbe-Bild einmischt und mit den darin verlaufenden, horizontalen Textlinien in Verbindung tritt.

Die Kredenz als tragbarer Tisch stelle ich mir wie die Sedilien blickdurchlässig und zurückhaltend vor. Die Positionierung vor der Orgelbrüstung würde eine Überladung des Altarraums vermeiden. Nicht sicher bin ich, ob dies für den Gottesdienst eine praktikable Lösung ist.

Der Osterleuchter, im Raummodell nicht dargestellt, kann je nach liturgischer Ordnung beim Altar, Taufbecken etc. seinen Platz finden.

Das Taufbecken, rechts vor dem Ambo im Kirchenschiff aufgestellt, ist Teil der Gesamtkomposition und schafft eine Art Hinführung der Gemeinde zum Altar.

Sollte die Bestuhlung für die Gemeinde erneuert werden, fände ich eine zurückhaltende. helle Holzausführung für passender.

Ich denke, dass dieser Entwurf mit der neuen Architektur des Raumes als Gesamtheit eine deutliche Präsenz zeigen würde und der Kirche zu einer starken sakralen Kraft und Konzentration verhelfen könnte.


Artikel aus der Filderzeitung

So viele Scheiben wie Apostel von Rüdiger Ott, 29.09.2014 09:45 Uhr Filder Zeitung

KIRCHE IN VAIHINGEN SO VIELE SCHEIBEN WIE APOSTEL

Rüdiger Ott, 29.09.2014 09:45 Uhr

Alois Landmann entwarf den sakralen Bereich in der 2011 sanierten Kirche. Durchgängiges Element ist die Zahl zwölf.Foto: Ott

 Vaihingen - Treffen die Salmiakdämpfe erst einmal auf die Gerbsäure, ist es um das Holz geschehen. Da kann die Eiche anfangs noch so gelb schimmern, letztendlich verfärbt sie sich dann doch ins Dunkelbraune. Genauso wollte das auch Alois Landmann, als er vor drei Jahren an dem neuen Altar für die katholische  Kirche Maximilian Kolbe arbeitete. Mehrere Tage beließ er das Holz zusammen mit dem Salmiak in einem dichten Raum. „Die Kunst liegt nur darin, das rechtzeitig abzubrechen“, sagte der Bildhauer. Denn sonst wird die Eiche schwarz.

Es sind Einblicke wie diese, weshalb Landmann am gestrigen Sonntag in das Gotteshaus am Holderbuschweg gekommen ist. Die Gemeinde hatte ihn eingeladen, ihnen etwas über die Gestaltung von Altar, Ambo, Tabernakel und Taufstein zu erklären. Und er war gekommen, von den 200 Kilometern von Merdingen bei Freiburg bis nach Vaihingen ließ er sich nicht abschrecken.

Für die Dauer von rund elf Monaten hatte sich die Kirche 2011 in eine Baustelle verwandelt. Nach 30 Jahren sollte das Gemeindezentrum saniert werden, denn unter anderem fiel hin und wieder sogar die Heizung aus. Wo man schon mal dabei war, wurde das Pfarrbüro in das Gebäude mit den Gemeinderäumen integriert. Gleichzeitig wurde zudem der Kindergarten umgebaut. Und auch der Kirchenraum selbst sollte umgestaltet werden.

Und zwar mit Hilfe von Alois Landmann. Der Bildhauer hatte sich in einem Wettbewerb gegen vier Konkurrenten durchgesetzt. „Als ich 2011 vorbeischaute, stand hier noch eine Säge“, sagte er und deutete auf den Altar. Er behalf sich mit den Plänen der Architekten und einem kleinem Modell, knapp buchgroß, um sich die Räumlichkeit besser vorstellen zu können.

Der Altar besteht aus zwölf Holzplatten , die jeweils vier Zentimeter dick sind und übereinandergeschichtet werden, mit Zwischenplatten von ebenfalls je vier Zentimetern. Entstanden ist so ein massiver Holzblock, der sich gleich einem Kamm scheibchenweise öffnet. „Zwölf hat natürlich etwas mit dem Abendmahl zu tun, mit den zwölf Aposteln“, sagte Landmann. Zudem greife das die Architektur des Gebäudes auf, das durch seine Schlitzfenster ohnehin etwas Streifenmäßiges habe.

„Jetzt ist mir klar, warum der Kirchengemeinderat damals diesen Entwurf ausgewählt hat“, sagte einer der Zuhörer. Und während einige Besucher etwas an den Details auszusetzen hatten, etwa an der Größe des Altars oder dem dunklen Farbton des Tabernakels, waren doch alle froh, dass Landmann den sakralen Bereich so gestaltet hatte. Wer sich übrigens selbst ein Bild von der Kirche Maximilan Kolbe machen will und seinem hölzernen Inventar, kann das Gotteshaus aufsuchen. Anders als andere Kirchen hat es für Besucher geöffnet und wird nicht abgeschlossen.

Name

Pf. S. Ruf

2009

bis

Pf. M. Bartzik

2017

bis

 

Pf. Dr. F. Thome

2010

bis

2016

Pf. B. Fetzer

2002

bis

2009

Pf. A. Cuipke

1990

bis

2002

Pf. B. Ciré

1978

bis

1990