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Dienstag der 5. Osterwoche, 12.5.2020

L Apg 14,19-28; Ev Joh 14,27-31a

Alle Nachrichten sind zurzeit auf Corona fokussiert. In diesen Tagen kam und kommt auch das Gedenken „75 Jahre Ende des 2. Weltkrieges“ in den Blick.

75 Jahre ist es her, dass das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte beendet werden konnte. Alle großen Gedenkfeiern weltweit wurden ins Internet verlagert und das Erinnern und Gedenken stand und steht im Mittelpunkt der Sendungen.

„Niemals Vergessen“ ist die Botschaft der Gedenkfeiern weltweit.

„Niemals wieder!" bedeute heute, keine Toleranz gegenüber Rassismus und Antisemitismus zu zeigen.Der Holocaust st nicht vom Himmel gefallen. Am Anfang war das Schweigen, das Wegschauen, als Antisemitismus und Rassismus ihre hässliche Fratze zeigten und schleichend von der Gesellschaft Besitz ergriffen.

„Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht.“

Der Friede, von dem Jesus im heutigen Tagesevangelium spricht, ist nicht identisch mit dem Frieden, den wir Menschen uns oft so landläufig vorstellen. Der Friede, den die Welt braucht, ist Jesus nicht gleichgültig. Wenn Jesus vom Frieden spricht, dann meint er in erster Linie die innere Haltung.

Wer den inneren Frieden in sich trägt, der von Gott ausgeht und von dem auch Christus gelebt hat, der wird auch ein guter Bote für den Frieden in der Welt sein.

Evangelium: Joh 14,27-31a
Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes.In jener Zeit sprach Jesus zu den Jüngern:Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich. Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt. Ich werde nicht mehr viel zu euch sagen; denn es kommt der Herrscher der Welt. Über mich hat er keine Macht, aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und so handle, wie es mir der Vater aufgetragen hat.

Gebet
Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.
Herr, lass mich trachten,nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Segensgebet:
Gott, segne alle, die sich auf vielfältige Weise bemühen, am Frieden zu bauen und diese Erde zu einem Lebensraum für alle zu gestalten.
Gib uns die Kraft, anderen vorurteilslos zu begegnen, damit Hass und Gewalt der Boden entzogen wird und unser Zusammenleben zu einem friedlichen Miteinander führt.
Behüte und bewahre uns in deiner Gnade und in deinem Frieden.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.
Amen.

Wenn viele kleine Leute
an vielen kleinen Orten
viele kleine Schritte tun,
dann werden sie das Gesicht der Welt verändern.

Dom Helder Camara

Lied:
Von Guten Mächten wunderbar geborgen