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Musik und Komposition Julius von Lorentz Traumwelt.
- zart, leise, wie aus einer Traumwelt ... die Musik entsteht aus der Stille und kehrt wieder dorthin zurück...

Dienstag der 2. Osterwoche, 21.04.2020
L Apg 4,32–37 Ev Joh 3,7–15

Schrifttext: Apostelgeschichte 4,32–37
Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.
Mit großer Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung Jesu, des Herrn, und reiche Gnade ruhte auf ihnen allen.
Es gab auch keinen unter ihnen, der Not litt. Denn alle, die Grundstücke oder Häuser besaßen, verkauften ihren Besitz, brachten den Erlös und legten ihn den Aposteln zu Füßen. Jedem wurde davon so viel zugeteilt, wie er nötig hatte.
Auch Josef, ein Levit aus Zypern, der von den Aposteln Barnabas, das heißt übersetzt Sohn des Trostes, genannt wurde, verkaufte einen Acker, der ihm gehörte, brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

Gedanken zum Text:
Die junge christliche Gemeinschaft wird in der heutigen Lesung in einem idealen Licht gezeigt. Gern wird eingewendet, dass es so wohl kaum war.
Letztlich geht es auch um die Darstellung einer Alternative zur Gesellschaft jeder Zeit, damals wie heute, in der etwas vom Geist und Evangelium Jesu Christi erlebbar und lebbar wird.
Das wünscht sich manche und mancher auch von den Gemeinden heute, in denen nicht selten die gleichen Macht-Muster zu erkennen sind wie in anderen Gruppen und Vereinen der Gesellschaft.

Trotzdem fasziniert mich der Text immer noch.
Denn auch, wenn es ein Idealbild ist, ist das für mich trotzdem ein Anspruch.
Natürlich sind viele Kirchengemeinden von der Zahl der Bewohner/innen her fast unüberschaubar, und ich kann nicht allen helfen, weil ich längst nicht alle kenne. Aber wie ist es in meinem persönlichen Umfeld?
Kenne ich Menschen, die Unterstützung brauchen? Jetzt vielleicht mehr als je zuvor?
Und mein eigenes Leben nehme ich auch unter die Lupe: „so viel, wie er nötig hatte.“ Habe ich nicht zu viel?
In der Corona-Krise ist mir aufgefallen, was ich tatsächlich zum Leben brauche. Das ist wesentlich weniger als gedacht. Da meine Existenz abgesichert ist, fällt mir auf, was mir tatsächlich fehlt: Der persönliche Kontakt, das Gespräch, die Begegnung mit Menschen. Das können weder die sozialen Medien noch Telefonate ersetzen. Werde ich mich in einigen Monaten daran erinnern?

Fürbitten:
Gott fordert uns, aber er fördert uns auch immer wieder.
Zu ihm kommen wir mit unseren Bitten:
Für alle Menschen, deren Existenz zurzeit bedroht ist.
Für alle, die nicht genug zum Überleben haben.
Für alle, die auf der Flucht sind.
Für die Menschen in Afrika, die immer noch von der Heuschreckenplage bedroht sind.
Gott, du hast uns in Jesus Christus ein Vorbild geschenkt, wie wir miteinander leben sollen. Dafür danken wir dir und loben dich, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Segen:
Der auferstandene Herr
schenke dir
die Behutsamkeit seiner Hände,
die Güte seiner Augen,
das Lächeln seines Mundes,
die Treue seiner Schritte,
den Frieden seiner Worte,
die Wärme seines Herzens,
das Feuer seines Geistes,
das Geheimnis seiner Gegenwart!

(Französischer Segensspruch)