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Donnerstag 02.04.2020
L Gen 17,1a.3-9 Ev Joh 8,51-59

In den folgenden Tagen will ich ein Lied in den Mittelpunkt der Betrachtungen setzen.
GL 422,1 Ich steh vor dir mit leeren Händen Herr


Dieses Lied begleitet mich schon lange. Bei meiner Beauftragung zur Pastoralreferentin war es unser Eingangslied. Es ist Ausdruck dessen, dass wir den Glauben nicht „machen“ können, auch als pastorale Mitarbeiterinnen Glaube nicht gepachtet haben oder über ihn alles wissen können, sondern dass Glaube ein Geschenk, eine Zuwendung Gottes an uns bleibt. Das stimmt für mich auch heute noch.

Trotzdem möchte ich dieses Lied mit ihnen „gegen den Strich lesen“.

Stehen wir mit leeren Händen vor Gott? Nehmen Sie heute einen Impuls mit in den Tag: Welche Situationen fallen mir ein, wo ich mich in meinem Leben gestärkt gefühlt habe, wo Verwundungen verheilt sind, wo ich Gottes Ja auch in schweren Situationen erlebt habe? Kann ich die Liebe Gottes darin entdecken?

Gebet:
Du Gott des Erbarmens, heute bete ich besonders für die, die gerade in ihrer Not gefangen sind, die krank und verzweifelt sind, die gerade nicht deine führende Hand in ihrem Leben entdecken, für sie, die buchstäblich mit leeren Händen vor dir stehen. Komm du ihnen entgegen, lass sie erinnern, dass du aus dem Dunkel ins Licht führst, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, dass nach dem Dunkel ein neuer Morgen kommt, immer wieder, im Leben und im Tod.
Lass mich aber auch offen sein für Dinge, die mich heute bereichern. Amen

Ich steh vor dir mit leeren Händen, aber auch mit der Erfahrung gefüllter Hände.