Direkt zur Hauptnavigation springen Direkt zum Inhalt springen Jump to sub navigation
Montag, 11. Januar 2021

L 1 Sam 1,1-8

Lesung aus dem ersten Buch Samuel

1Einst lebte ein Mann aus Ramatajim, ein Zufiter vom Gebirge Efraim. Er hieß Elkana und war ein Sohn Jerohams, des Sohnes Elihus, des Sohnes Tohus, des Sohnes Zufs, ein Efraimiter.
2Er hatte zwei Frauen. Die eine hieß Hanna, die andere Peninna. Peninna hatte Kinder, Hanna aber hatte keine Kinder.
3Dieser Mann zog Jahr für Jahr von seiner Stadt nach Schilo hinauf, um den Herrn der Heere anzubeten und ihm zu opfern. Dort waren Hofni und Pinhas, die beiden Söhne Elis, Priester des Herrn.
4An dem Tag, an dem Elkana das Opfer darbrachte, gab er seiner Frau Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern ihre Anteile.
5Hanna aber gab er einen doppelten Anteil; denn er hatte Hanna lieb, obwohl der Herr ihren Schoß verschlossen hatte.
6Ihre Rivalin aber kränkte und demütigte sie sehr, weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte.
7So machte es Elkana Jahr für Jahr. Sooft sie zum Haus des Herrn hinaufzogen, kränkte Peninna sie; und Hanna weinte und aß nichts.
8Ihr Mann Elkana fragte sie: Hanna, warum weinst du, warum isst du nichts, warum ist dein Herz betrübt? Bin ich dir nicht viel mehr wert als zehn Söhne?

Impuls

Die Geschichte der Hanna ist eine Frauengeschichte, die vom Leid der Kinderlosigkeit erzählt. Unfruchtbar zu sein war in biblischer Zeit ein großes Unheil.  Nur wer Kinder hatte einen Fortbestand in der Geschichte. So wurden Frauen, die vor allem Söhne und damit Stammhalter gebaren verehrt, während Kinderlose verachtet wurden.

Elkana der Mann von Hanna liebt seine Frau dennoch. Doch Hanna empfindet große Trauer über ihre Kinderlosigkeit.

Hier wird uns eine menschliche Erfahrung erzählt, die wir alle, egal ob Mann oder Frau, kennen. Es ist die Erfahrung, dass Lebenspläne scheitern, oder die Erfahrung, dass eine Lebensentscheidung andere Möglichkeiten ausschließt, die vielleicht auch reizvoll gewesen wären. Und dann sind wir plötzlich festgelegt, werden wir von anderen vielleicht festgelegt, nach dem Motto „Das ist die, die immer…“ Kennen Sie solche Zuordnungen, vielleicht sogar verletzende Worte anderer?

Ich möchte Sie einladen heute darüber nachzudenken, welche Lebenspläne Sie schon „beerdigt“ haben oder um die sie heute noch trauern. Die Bibel erzählt davon, dass wir die Trauer darüber empfinden dürfen. Sie erzählt auch, dass es immer wieder Menschen gibt, die trotz allem zu uns halten, so wie Elkana zu Hanna. Vielleicht mögen Sie eine Kerze anzünden und dem Licht ihre Trauer übergeben. Erinnern Sie sich auch, wer oder was Ihnen dabei geholfen hat und vielleicht können Sie heute auch jemanden dafür danken oder liebevoll an diejenige denken.

Ein Lied, das uns ermutigt, Jesus als Licht der Hoffnung zu sehen:

Morgenstern der finstern Nacht, GL 372

An der Gitarre, Andreas Bernhardt