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Donnerstag, 11. Februar 2021 

 

L: Gen 2, 18-25

Ev: Mk 7, 24-30

 

Zum Evangelium:

Im heutigen Evangelium geht es darum, dass Jesus Menschen von unreinen Geistern, von Dämonen heilt. Wenn ich das lese, frage ich mich: was hat es mit dieser Rede von Dämonen auf sich? Als aufgeklärter Mensch des 21. Jahrhunderts kann man doch nicht mehr an Dämonen glauben. Dämonen als Art Geister, meist unheilbringende Geister, welche die Menschen peinigen – sowas gehört ins Märchen und hat mit der Realität nichts zu tun. Stimmt das? Oder gibt es Dämonen tatsächlich? Da sind wir dann auch schnell bei der Frage: was sind denn Dämonen überhaupt? Ich frage mich, ob man diese Dämonen nicht auch als Ängste interpretieren kann – und Ängste, die sind leider in unserer Welt allgegenwärtig. Ängste haben zumindest in meinen Augen ganz ähnliche Auswirkungen wie die Dämonen von denen im Evangelium immer wieder die Rede ist: sie reden mir ein, dass ich nicht gut genug bin, sie ziehen mich runter, machen mich traurig, hoffnungslos, freudlos. Ängste gehören zu jedem Menschenleben dazu. Sie können uns vielleicht auch vor der ein oder anderen Gefahr bewahren – aber sie können Menschenleben auch zerstören.

Ich glaube, dass Jesus jemand wahr, der Menschen Ängste nehmen konnte, der Menschen befreite zum Leben, der Menschen gezeigt hat: Trotz aller Stürme und Unsicherheiten des Lebens kannst Du Dir sicher sein, dass Gott für Dich da ist. Dieses befreiende, liebende Wirken Jesu ist für mich die Quintessenz der biblischen Heilungserzählungen – ob die Heilung sich nun auf Krankheiten, Dämonen oder sonst was Lebensfeindliches bezieht. Und diese heilende Wirkung Jesu hält bis in unsere Zeit hinein an – dort, wo wir von seinen Wundern erzählen und wo wir von Gottes Liebe sprechen – und sie auch durch unsere Taten verkünden und bezeugen.

Der bekannte Psalm 23 ist für mich einer der schönsten Texte aus der Bibel: er strahlt Zuversicht und Hoffnung aus - mitten in Dunkelheit und Bedrohung.

 

Psalm 23: (Zum Alleinebeten oder abwechselnd)

Der HERR ist mein Hirt,

nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Meine Lebenskraft bringt er zurück.

Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen.

Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.

Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, übervoll ist mein Becher.

Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang

und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeit.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

wie im Anfang so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Segens-Gebet:

Guter Gott, nicht alles in unserem Leben läuft perfekt. Wir versagen, machen Fehler, haben Ängste. Du sagst uns, dass wir keine Angst zu haben brauchen. Du stehst an unserer Seite – auch wenn wir dies vielleicht nicht immer glauben können. In all unserem Unglauben bitten wir Dich: Zeige Dich, wenn wir Dich brauchen, stärke uns, wenn es uns schlecht geht und wenn wir Angst haben, schenke uns Hoffnung, wenn wir am verzweifeln sind.

So segne Du uns, und alle Menschen – besonders die, die dich am meisten brauchen – Du, der eine dreifaltige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Amen.