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Montag, 22. Februar 2021 – Montag der 1. Woche der Fastenzeit

L 1 Petr 5,1-4;  Ps 23;  Ev Mt 16,13-19

Fest Kathedra Petri

Am Anfang stand ein Leichenschmaus

Petrus gilt als erster Papst. Das feiert die Kirche mit dem heutigen Fest Kathedra Petri. Und das Fest entwickelte sich aus einem heidnischen Totenkult.

Von Tobias Glenz |  Bonn - 22.02.2019

"Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen": Bis heute sind diese berühmten Worte Jesu aus dem Matthäusevangelium eine der wichtigsten Grundlagen des Papsttums (Mt 16,18). Christus hatte – so die Interpretation der Kirche – seinen Jünger Petrus damit beauftragt, die Kirche aufzubauen und zu führen. Der Überlieferung nach kam der Apostel Jahrzehnte später in die Hauptstadt des Römischen Reiches und wurde dort erster Bischof – und damit erster Papst. Mit dem Fest Kathedra Petri – im Volksmund auch "Petri Stuhlfeier" – am 22. Februar gedenkt die Kirche der Einsetzung des Papsttums bzw. der Berufung des Petrus zum Lehramt in der Kirche. Doch was sind seine Ursprünge?

Woher der Begriff kommt

Der Begriff "Kathedra" stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Sitz oder Sessel. Seit der Antike galt die Kathedra im Sinne von "Lehrstuhl" aber auch als das Symbol der Vollmacht eines öffentlichen Amtsträgers. Das hat die Kirche übernommen: Einerseits wird als Kathedra im Kirchenbau wörtlich der (Lehr-) Stuhl des Bischofs bezeichnet, der einen herausgehobenen Platz beim Altar hat; davon leitet sich auch der Begriff Kathedrale für die Bischofskirche ab. Andererseits stand und steht dieser Sitz im übertragenen Sinn für die apostolische Amtsvollmacht des Bischofs, für seine Aufgabe, zu leiten und zu lehren. Kathedra kann darüber hinaus auch den Bischofssitz im institutionellen Sinn meinen.

"Kathedra Petri" bedeutet also zunächst nichts anderes als "Bischofssitz des Petrus", und mit dem gleichnamigen Fest wird der Übernahme eben dieser Kathedra durch den Apostel gedacht. Der Ursprung des Festes liegt jedoch in einem heidnischen Kult: Im antiken Rom wurde vom 13. bis 22. Februar ein allgemeines Totengedenken begangen. Die Menschen kamen zusammen, feierten ein Totenmahl und gedachten auf diese Weise ihrer Verstorbenen – so auch die frühen Christen. Ritus bei diesem "Leichenschmaus" war es, für die Verstorbenen einen leeren Sessel aufzustellen – die Kathedra –, und auch Speisen kamen für die Toten auf den Tisch. Da der genaue Todestag des Apostels Petrus unbekannt war, gedachten die Christen Roms ihres ersten Bischofs also ursprünglich im Rahmen dieses allgemeinen Totengedenkens am 22. Februar.
Im 4. Jahrhundert endeten die Christenverfolgungen, das Christentum wurde Staatsreligion im Römischen Reich. Schnell war die noch junge Kirche bestrebt, die heidnischen Formen des Totengedenkens abzuschaffen. Im Zuge dessen wurde auch die Kathedra Petri umgedeutet. Jetzt war nicht mehr der Sessel für den Verstorbenen gemeint, sondern der Bischofsstuhl, den Petrus gemäß seiner Berufung zum Hirten- und Lehramt in der Kirche innehatte – und den auch seine Nachfolger, die Päpste, bestiegen.

Evangelium

„Du bist Petrus, ich werde dir die Schlüssel des Himmelreiches geben“
In jener Zeit,
13als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam, fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?
14Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija, wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.
15Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich?
16Simon Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes!
17Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater im Himmel.
18Ich aber sage dir: Du bist Petrus - der Fels -, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.
19Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.

Gebet

Guter Gott,
das gläubige Bekenntnis des Apostels Petrus
ist der Felsen,
auf den du deine Kirche gegründet hast.
Lass nicht zu,
dass Verwirrung und Stürme
unseren Glauben erschüttern.
Amen.