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Dienstag, 12. Januar 2021

L 1 Sam 1,9-20

Lesung aus dem ersten Buch Samuel

In jenen Tagen
9nachdem man in Schilo gegessen und getrunken hatte, stand Hanna auf und trat vor den Herrn. Der Priester Eli saß an den Türpfosten des Tempels des Herrn auf seinem Stuhl.
10Hanna war verzweifelt, betete zum Herrn und weinte sehr.
11Sie machte ein Gelübde und sagte: Herr der Heere, wenn du das Elend deiner Magd wirklich ansiehst, wenn du an mich denkst und deine Magd nicht vergisst und deiner Magd einen männlichen Nachkommen schenkst, dann will ich ihn für sein ganzes Leben dem Herrn überlassen; kein Schermesser soll an sein Haupt kommen.
12So betete sie lange vor dem Herrn. Eli beobachtete ihren Mund;
13denn Hanna redete nur still vor sich hin, ihre Lippen bewegten sich, doch ihre Stimme war nicht zu hören. Eli hielt sie deshalb für betrunken
14und sagte zu ihr: Wie lange willst du dich noch wie eine Betrunkene aufführen? Sieh zu, dass du deinen Weinrausch los wirst!
15Hanna gab zur Antwort: Nein, Herr! Ich bin eine unglückliche Frau. Ich habe weder Wein getrunken noch Bier; ich habe nur dem Herrn mein Herz ausgeschüttet.
16Halte deine Magd nicht für eine nichtsnutzige Frau; denn nur aus großem Kummer und aus Traurigkeit habe ich so lange geredet.
17Eli erwiderte und sagte: Geh in Frieden! Der Gott Israels wird dir die Bitte erfüllen, die du an ihn gerichtet hast.
18Sie sagte: Möge deine Magd Gnade finden vor deinen Augen. Dann ging sie weg; sie aß wieder und hatte kein trauriges Gesicht mehr.
19Am nächsten Morgen standen sie früh auf und beteten den Herrn an. Dann machten sie sich auf den Heimweg und kehrten in ihr Haus nach Rama zurück. Elkana erkannte seine Frau Hanna; der Herr dachte an sie,
20und Hanna wurde schwanger. Als die Zeit abgelaufen war, gebar sie einen Sohn und nannte ihn Samuel - „Gott erhört“ -, denn sie sagte: Ich habe ihn vom Herrn erbeten.

Impuls

Hanna schüttet Gott ihr Herz aus. Eli hält sie gar für betrunken, so verzweifelt bewegt sie sich. Dieses intensive Beten befreit sie von ihrer Verzweiflung. Sie hat ihr ganzes Herz ausgeschüttet. Und Gott hört und Gott erhört. Hanna bekommt einen Nachkommen, einen Sohn. Sie nennt ihn Samuel, Gott erhört!

Dass diese Geschichte doch noch eine Wendung erhält, denkt man mit der gestrigen Lesung nicht. Und in unseren Lebensgeschichten ist es auch oft anders: nicht alle gescheiterten Lebenspläne gelingen dann doch noch. Aber die verändernde Kraft des Gebets, die können wir auch erfahren. Oft eröffnet sich im Nachdenken, im Gebet eine neue Möglichkeit des Umgangs mit einer Situation. Wenn wir dann im Rückblick über Ereignisse nochmals nachdenken bemerken wir, dass wir wieder eine gute Lebensspur gefunden haben, trotz der Durststrecke, die wir hatten. Hanna ist dankbar für ihre Lebenswende und schenkt ihren Sohn wiederum Gott, er wird im Tempel aufwachsen.

Für welche Lebenswenden sind Sie dankbar? Kennen Sie auch die befreiende Kraft des Gebets? Eine Anregung zum Beginn dieses Jahres: Legen Sie sich ein „Schatzbuch“ zu, in das sie Ereignisse aufschreiben, die ihnen schon weitergeholfen haben oder die sie stärken. Oder sie notieren sich darin Gebete, die Sie dieses Jahr begleiten können.

Gebet

Gott, du Begleiterin im Leben. Schenke uns den Mut immer wieder neu anzufangen und den Stern der Verheißung, der jedem Neubeginn innewohnt zu trauen. Lass uns Halt finden in dir.