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Montag der Weihnachtszeit, 4. Januar 2021

L 1 Joh 3,7-10; Ev Joh 1,35-42

Allmählich wendet sich unser Blick vom Kind in der Krippe zum erwachsenen Jesus Christus, den von Gott gesandten Erlöser.
Johannes hat am Jordan auf ihn hingewiesen, und das hatte Folgen.
Wer Jesus begegnet, der lässt sich von ihm mitnehmen auf einen neuen Weg, einen Weg in die Freiheit und in die neue Gerechtigkeit. Auf unserem Weg durch das Leben sind wir nicht allein. Jesus Christus geht uns voraus, er ist aber auch an unserer Seite.
Er lädt uns ein, auf seinem Weg zu bleiben, seine Nähe immer wieder zu suchen und uns von ihm berühren und ansprechen zu lassen in seinem Wort und in der Gemeinschaft unseres Glaubens.

Worte der Heiligen Schrift

Als Jesus sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi, wo wohnst du? Jesus antwortete ihnen: Kommt und seht! Da gingen sie mit ihm und sahen, wo er wohnte. (Joh 1,37-38)

„Kommt und seht!“, sagt Jesus denen, die ihn fragen: „Wo wohnst du?“
Er lädt sie ein, mit ihm ein Stück des Weges zu gehen, ja bei ihm zu bleiben.
„Kommt und seht!“
Auch unseren Glauben können wir am allerbesten weitergeben, wenn wir einander etwas davon erlebbar machen, wenn dieser Glaube nicht nur leeres Wort ist, wenn er mit dem Alltag zu tun hat.
Wir brauchen heute mehr denn je Räume der Hoffnung gegen alle Ängste dieser Welt: die Angst vor der Zukunft, die Angst auch vor der Zerbrechlichkeit des eigenen Daseins.
Wir Christen müssen viel mehr noch Hoffnungsgemeinschaft sein und werden, die den Mutlosen Mut macht, die Menschen annimmt auch in aller Unvollkommenheit und Zerrissenheit.
Unser Glaube an Jesus Christus braucht immer noch Menschen, die sich ganz auch dafür einsetzen.

Damals, so erzählt das Johannesevangelium, bei den Jüngern,war das Liebe auf den ersten Blick.
Sie spürten: Da ist einer, dem zu folgen lohnt, der etwas Begeisterndes, Fesselndes hat.
Das hat ihr Leben verändert.
Und auch wir können und dürfen immer noch von Jesus lernen – wie er den Menschen nahe war, wie er auch jene angenommen hat, die eigentlich in den Augen der Gerechten und Anständigen gar nicht viel wert waren.
Wir müssen diese Kraft des Glaubens, diese Freude am Glauben wieder neu entdecken und sichtbar machen.
Denn für die Weitergabe des Glaubens gilt auch heute noch das Wort:
„Kommt und seht!“

Gebet zum Jahresbeginn

Du Gott des Friedens,
am Beginn des neuen Jahres legen wir alles in deine Hand.
Angesichts von Ohnmacht und Nervosität, Unsicherheit und Fragen
wagen wir Schritte des Vertrauens. Von dir und
nicht von einem blinden Schicksal wird unser Leben geleitet.
Erklärungen und Debatten über den Zustand der Welt greifen zu kurz.
Mit deinem Frieden wollen wir einen Weg der Zuversicht wählen.

Du Gott der Vergebung,
hilf uns, auf deine leise Gegenwart zu achten, die uns begleitet.
Angesichts der Pandemie, die immer noch nicht besiegt ist,
widersagen wir der Versuchung, Schuldige zu benennen und uns
auf das Versagen von Menschen und Institutionen zu fixieren.
An deiner Hand wollen wir Wege der Versöhnung gehen,
bereit zu einer Umkehr des Herzens – im Denken, Reden und Tun.

Du Gott des Lebens,
wir bitten für alle, die von Bitterkeit und Enttäuschung erfüllt sind.
Mit deiner heilsamen Nähe stärke alle Kranken und Leidenden.
Lehre uns in diesem neuen Jahr, mit Respekt und Wertschätzung
dem Leben in seiner Schönheit und Zerbrechlichkeit zu begegnen.
Aus Dankbarkeit für alles, was uns geschenkt ist, stärke unser
Mitgefühl und die helfende Kreativität für Bedürftige und Einsame.

Du Gott der Liebe,
schenke uns Ausdauer im Guten, Trost in der Bedrängnis
und Geduld in den Herausforderungen dieser schwierigen Zeit.
Hilf uns, dich in allem zu suchen, zu finden und zu lieben.
Mit Jesus, unserem Herrn und Bruder, der den Tod besiegt hat,
bist du uns Zuversicht und immer neue Quelle tiefer Freude.
Wir vertrauen auf dich und die Geisteskraft deiner Liebe.
Amen.

Segen

Wohin gehen wir auf unserem Weg, der und wegführt von der Krippe, von der Beschaulichkeit der Weihnachtszeit?
Wohin gehen wir in der Unsicherheit unserer Zeit?
Wohin gehen wir mit all unseren Fragen, die uns bewegen?
Wohin uns der Weg auch führt – Gott ist mit uns in seinem Sohn Jesus Christus, er stärkt uns auf diesem Weg durch seinen Geist.
So segne uns der barmherzige Gott, der Vater der Sohn und der heilige Geist

Klavierimprovisation von Julius von Lorentz – Engeln auf den Feldern singen