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Donnerstag der 2. Osterwoche, 23.04.2020

Lesung aus der Apostelgeschichte. 5, 27-33
In jenen Tagen führten der Tempelhauptmann und seine Leute die Apostel herbei und stellten sie vor den Hohen Rat.
Der Hohepriester verhörte sie und sagte:
Wir haben euch streng verboten, in diesem Namen zu lehren; ihr aber habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt; ihr wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.
Petrus und die Apostel antworteten: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Der Gott unserer Väter hat Jesus auferweckt, den ihr ans Holz gehängt und ermordet habt. Ihn hat Gott als Herrscher und Retter an seine rechte Seite erhoben, um Israel die Umkehr und Vergebung der Sünden zu schenken. Zeugen dieser Ereignisse sind wir und der Heilige Geist, den Gott allen verliehen hat, die ihm gehorchen.
Als sie das hörten, gerieten sie in Zorn und beschlossen, sie zu töten.

Gedanken zum Text:

Dass wir heute glauben können, verdanken wir vielen Menschen, die von Jesus, dem Auferstandenen, Zeugnis abgelegt haben.
Für dieses Zeugnis haben viele den höchsten Preis bezahlt, sie haben oft ihre Freiheit und sogar ihr Leben verloren.
In unserer Zeit denken wir manchmal, dass es vielleicht besser wäre, die Verkündigung des Glaubens den Profis zu überlassen, Menschen, die sich mit Werbestrategien und PR (Public Relations) gut auskennen, Spezialisten, die ein Produkt gut zu verkaufen wissen.
Sie könnten doch eine Kampagne starten, sich der besten Medien bedienen, damit das Evangelium allgegenwärtig wird und so auch die richtige Überzeugungskraft hat.
Aber die heutige Lesung zeigt, dass die größte Überzeugungskraft ein Zeugnis eines Menschen ist, der für das Evangelium den höchsten Preis zu bezahlen bereit ist, der auf Widrigkeiten stößt, aber trotzdem treu bleib. Außerdem hat gerade Petrus die Erfahrung der Untreue durchmachen müssen, er weiß genau, was es bedeutet, die Liebe seines Lebens zu verlieren, was es bedeutet, sich von Jesus abzuwenden. Jetzt aber, im Heiligen Geist, ist er sich seines Glaubens sicher.
Er weiß, dass Gott ihm beisteht.
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Auch heute zeigen viele Menschen in ihrem Alltag, dass das Evangelium und der Glaube für sie wichtig sind, sie strahlen einfach aus, dass sie mehr auf Gott vertrauen und hören als auf alles andere. All diesen Menschen gilt unsere Dankbarkeit, und auch wir wollen uns um ein Zeugnis bemühen in unserem Alltag.
Der Kabarettist Hanns Dieter Hüsch hat dem biblischen Wort, man müsse Gott mehr gehorchen als den Menschen, das schöne und kluge Bekenntnis entlockt: Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Ein Lied von Hanns Dieter Hüsch (1925 – 2005)
Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
im meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

(Hans Dieter Hüsch nach Ps. 126)
Lieder zwischen Himmel und Erde, Münster 2011, Nr. 261

Wer mag, kann Hanns Dieter Hüsch auch in diesem Beitrag sehen und die Spuren weiter verfolgen:
Hanns Dieter Hüsch - Religiöse Mitteilung

Frisch gestimmt