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Freitag, 17.04.2020
L Apg 4, 1-12 Ev Joh 21,1-14

Impuls:       
In der Osteroktav - also den Tagen zwischen Ostersonntag und dem Weißen Sonntag - hören wir in den Tages-Evangelien jeweils eine andere Erscheinungserzählung des auferstandenen Jesus.
Ich frage mich: Hätte eigentlich nicht EINE Erscheinung gereicht? Am besten eine ganz eindrückliche vor einer riesigen Menschenmenge?
Warum sich Gott auf eine bestimmte Weise offenbart - und auf eine andere Weise nicht - wird uns wahrscheinlich dauerhaft auch etwas rätselhaft bleiben. Für mich aber bedeuten diese vielfältigen Erscheinungen des Auferstanden: Gott möchte den Menschen nicht abgehoben in einer eindrücklichen Macht-Demonstration begegnen, sondern nahe und persönlich. Er möchte ansprechbar für die Menschen sein und nicht über alle Himmel entrückt seine Stärke zeigen. Und dass der Auferstandene vielen seinen Jüngern und Jüngerinnen nicht nur einmal, sondern mehrmals erschienen ist, heißt für mich:
Gott verstößt mich nicht - auch wenn ich ihn nicht gleich erkenne - oder ihn vielleicht auch einfach nicht erkennen will. Gott nimmt mich an - trotz all meiner Zweifel. Gott steht zu mir - auch wenn ich mich manchmal schwer damit tue, an ihn zu glauben.
Dieses Vertrauen auf einen Gott, der es gut mit mir meint, drückt sich auch im Lied "Herr Du bist mein Leben" aus (GL 456), das auch dieses Mal Gemeindemitglieder für uns eingespielt haben und das sie hier anhören können.

Gebet:
Gott, manchmal verstehe ich Dich nicht, manchmal frage ich mich, ob Du mich wirklich siehst. Ja, manchmal zweifle ich vielleicht sogar an Dir.
Wenn es Dich gibt, dann sei bei mir. Dann stärke mich und hilf mir, Dich zu finden.
Amen.


Lied "Herr Du bist mein Leben" (GL 456)