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Mittwoch der 5. Osterwoche, 13.5.2020

L Apg 15,1-6; Ev Joh 15,1–8

Zur Eröffnung
GL 477,1–2 (Gott ruft sein Volk zusammen)

In den Problemfeldern unserer Zeit über Weg und Zukunft der Kirche und in der Sorge um die Weitergabe des Glaubens kann das Gleichnis vom Weinstock wegweisend sein.

Die Rebe lebt als Teil des Weinstocks, und sie lebt nur, solange sie mit ihm verbunden ist. Frucht bringt sie aus der Verbindung mit ihrem Stamm und ihrer Wurzel, also dem Weinstock, und natürlich mit Hilfe von Licht, Wärme und Wasser.

Aber selbst unter besten Umweltbedingungen würde sie schnell absterben, wenn sie vom Weinstock abgeschnitten würde.

Betrachten wir uns wie Reben am Weinstock Christus, dann heißt das doch für uns:
Das Wichtigste ist, mit ihm in Verbindung zu sein, indem wir versuchen, ihn immer besser kennenzulernen, auf sein Leben zu schauen, sein Wort zu hören/zu lesen, sich an ihm zu orientieren und im Gebet seine Nähe zu suchen.

Dazu gehört auch, unsere Erfahrungen mit ihm miteinander zu teilen, einander mitzuteilen,
einander zu unterstützen auf dem Weg des Glaubens und Lebens.

Wenn wir uns so verstehen, dann sind wir – durch ihn – auch verbunden mit den anderen „Reben“, die sich an ihm festmachen.

Wir haben dieselbe Wurzel und wir wollen doch dasselbe: mit ihm und in seinem Sinne leben.
In allen ernsten Fragen, in allen offenen Problemen und allen Meinungsverschiedenheiten ist dies doch das Verbindende:
Christus – und die gemeinsame Sehnsucht nach Leben in seinem Sinn. Über alle Verschiedenheiten hinweg kann das Bewusstsein der Verbundenheit mit Christus, der eigenen und der des anderen, Brücken bauen und den Blick weiten für die gemeinsame Frage:
Jesus, welchen Weg willst du mit uns gehen?

Fürbitten
Jesus Christus hat versprochen: „Wenn ihr in mir bleibt, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.“ Im Vertrauen darauf kommen wir mit unseren Anliegen und bitten:
Wir beten für unsere Kirche: um ein hörendes Herz für die Nöte unserer Zeit und um Wachsamkeit für deine Wegweisung.
Wir beten für unsere Gemeinden: um Stärkung des gemeinsamen Fundaments, der Beziehung zu dir – und um stärkere Verbundenheit mit - und untereinander.
Wir beten für alle, denen es schwer fällt zu glauben: um ermutigende Erfahrungen und überzeugende Vorbilder.
Wir beten für alle, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und Mitmenschlichkeit einsetzen: um Mut, Ausdauer und Überzeugungskraft.
Wir beten für alle, die Schweres zu tragen haben: um Trost und Hoffnung in der Begegnung mit dir und mit liebevollen Menschen.
Guter Gott, erhöre unsere Bitten, diese und die, die wir unausgesprochen im Herzen haben. Dir sei Ehre und Dank, heute und alle Tage und in Ewigkeit.

Besinnung
Ich bin der wahre Weinstock.
Ihr seid die Reben.
Jesus, so nah mit dir verbunden,
in dir verwurzelt,
genährt von deinem Wort und Leben,
verbunden mit dir
und – durch dich – miteinander.
So hältst du mich, so führst du uns zusammen.
Im Vertrauen auf deine Gegenwart und auf deine Kraft,
im gemeinsamen Suchen nach deiner Wegweisung,
gehen wir unseren Weg,
sind wir heute und morgen deine Kirche.

Lied
GL 827 Ich bin der Weinstock.