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Montag der Karwoche, 06.04.2020
Verkündigung des Herrn
L Jes Jes 42, 5a.1-7 Ev Joh 12, 1-11
Ps 27 (26), 1.2.3.13-14

Lesung  aus dem Buch Jesaja 
So spricht Gott, der Herr:
Seht, das ist mein Knecht, den ich stütze; das ist mein Erwählter, an ihm finde ich Gefallen. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt, er bringt den Völkern das Recht.
Er schreit nicht und lärmt nicht und lässt seine Stimme nicht auf der Straße erschallen.
Das geknickte Rohr zerbricht er nicht, und den glimmenden Docht löscht er nicht aus; ja, er bringt wirklich das Recht.
Er wird nicht müde und bricht nicht zusammen, bis er auf der Erde das Recht begründet hat. Auf sein Gesetz warten die Inseln.
So spricht Gott, der Herr, der den Himmel erschaffen und ausgespannt hat, der die Erde gemacht hat und alles, was auf ihr wächst, der den Menschen auf der Erde den Atem verleiht und allen, die auf ihr leben, den Geist:
Ich, der Herr, habe dich aus Gerechtigkeit gerufen, ich fasse dich an der Hand. Ich habe dich geschaffen und dazu bestimmt, der Bund für mein Volk und das Licht für die Völker zu sein:
blinde Augen zu öffnen, Gefangene aus dem Kerker zu holen und alle, die im Dunkel sitzen, aus ihrer Haft zu befreien.

Zu  Lesung und Evangelium
Mit der Berufung des "Knechts" kann im Alten Testament nicht nur das Volk Israel gemeint sein.
Hier ist die Berufung "von einem aus Israel" die Rede, von einer "geheimnisvollen prophetisch-königlichen Gestalt". Der "Knecht" aus Israel empfängt den Auftrag, allen Völkern die Treue und Barmherzigkeit Gottes zu verkünden. Das Neue Testament sieht die Aussagen über den "Knecht Gottes" in der Person Jesu erfüllt. Im Evangelium von Johannes lesen wir von der Salbung Jesu - als den König, der in den Tod geht, um sein Volk zu erlösen.

Impuls für den Tag
Normalerweise feiert Bischof Dr. Gebhard Fürst am Montag in der Karwoche in Konzelebration mit Priestern der Diözese im Dom zu Rottenburg die missa chrismatis, in deren Verlauf er die heiligen Öle weiht - so steht es im liturgischen Kalender. Doch dieses Jahr ist es anders. Auf Grund der Corona-Pandemie findet keine Konzelebration statt. In diesen Zeiten finden vorerst überhaupt keine öffentlichen Gottesdienste statt. Als KirchgängerIn kann ich mir schwer vorstellen, wie Gründonnerstag, Karfreitag, die Osternacht - und der Ostersonntag stattfinden sollen, ganz ohne die gewohnten Gottesdienste und Familienbräuche. Aber Ostern fällt ja nicht aus. Christus ist ja ein für alle Mal für uns in den Tod gegangen und auferstanden, um uns zu erlösen. Wir müssen nur lernen, die Feiertage anders zu feiern.

Gebet
R  Der Herr ist mein Licht und mein Heil. – R
1  Der Herr ist mein Licht und mein Heil:
    vor wem sollte ich mich fürchten?
    Der Herr ist die Kraft meines Lebens:
    Vor wem sollte mir bangen? - (R)
    ...
13  Ich bin gewiss, zu schauen
      die Güte des Herrn im Lande der Lebenden.
14  Hoffe auf den Herrn, und sei stark!
      Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn!
R  Der Herr ist mein Licht und mein Heil. – R