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Montag 30.03.2020
L Dan 13, 41c-62 Ev Joh 8, 1-11
Lied: GL 437,1-4 Meine engen Grenzen

Ich schaffe es mit dir, mein Gott!
Gedanken zur unschuldigen Susanna und zu der Frau, die des Ehebruchs beschuldigt wird.

Zwei Frauen, die von Männern beschuldigt werden, gegen die in ihrer Zeit gültige Sexualmoral verstoßen zu haben. In unseren Lesungen steht ein Geschlechterkampf im Hintergrund. Einige Männer versuchen Frauen klein zu halten. Im ersten Beispiel ein versuchter Missbrauch, der durch Daniel aufgedeckt wird.

Im Johannesevangelium dann der Versuch, die Schuld eines Ehebruchs auf die Frau abzuwälzen. Jesus kann hier durch geschicktes Rückfragen bei den Beteiligten folgende Einsicht bewirken: „Auch ich habe meine dunklen Seiten, auch ich verstoße gegen religiöse und gesellschaftliche Gebote, auch ich umgehe Gesetze“. Die Steinigung findet nicht statt. Beide Frauen kommen zu ihrem Recht.

Und heute?

Wir hören von Staatsmännern, die sich öffentlich freuen, dass ein politisch anders Denkender am Corona Virus erkrankt ist. Politikerinnen werden im Internet aufs Übelste beschimpft, Rapper singen frauenfeindliche Texte. Wir hören vom synodalen Weg, von Maria 2.0 und der Gegenbewegung Maria 1.0. Wo sind hier unsere Verhärtungen, unsere Kurzsichtigkeit, unsere Ohnmacht, unsere Ängstlichkeit, unsere Sehnsucht nach Heimat? Was würde Jesus wohl dazu sagen?

Was treibt Menschen dazu, andere zu Unrecht beschuldigen, zu verurteilen? Oft sind es verdrängte Wünsche in uns. Der Wunsch nach mehr Lebendigkeit, der Neid auf die Anderen, die Machtgefühle, die wir ausleben wollen. Wir verhärten, wir wollen ausgrenzen, was uns Angst macht. Wir sind gefangen in unseren eigenen Grenzen. Das muss nicht sein!

Impuls in den Tag:
Male Dich selbst, es kann eine Strichfigur sein. Schreibe auf die eine Seite der Figur drei positive Eigenschaften von Dir auf (Was kann ich gut?). Schreibe auf die andere Seite: Wovor fürchte ich mich? Und male ein Symbol für Gottes Licht/Anwesenheit/Liebe dazu. Was kann ich jetzt gerade Gutes für mich tun und was kann ich anderen Gutes tun?

Am Abend: Erinnere Dich an die drei schönsten Momente des Tages. „Gott liebt mich, mit ihm zusammen schaffe ich meine Grenzen in Weite zu wandeln, immer wieder!“

Gebet:
Du Gott des Wandels. Wir leben in einer Zeit der Unsicherheit. Hilf mir mit den Herausforderungen heute kreativ umzugehen. Lass mich offen sein für Wandel und hilf mir, die Angst vor Veränderungen zu überwinden. Wandle du, was in mir verhärtet ist. Schenke mir Weite, Stärke, Wärme und Heimat in deiner Liebe. Ich schaffe es mit dir, mein Gott! Amen