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Samstag der 5. Osterwoche, 16.5.2020

Einleitung:
Wenn wir das Leben von Maria betrachten, sehen wir in ihr ein Vorbild und Beispiel von Glauben und Vertrauen in Gott. Sie hat ihr JA gesagt, ohne zu wissen, was sie erwarten würde. Sie war eine mutige Frau und steht auch uns zur Seite.

Magnifikat: (Lukas 1,46–55)
Loben wir Gott mit den Worten, die Maria gesprochen hat:

Meine Seele preist die Größe des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:
Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,
das er unsern Vätern verheißen hat,
Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Gedanken zum Magnifikat:
Dietrich Bonhoeffer, der evangelische Theologe, nennt das Magnifikat das "leidenschaftlichste, wildeste, ja man möchte fast sagen revolutionärste Adventslied, das je gesungen worden ist.
Es ist nicht die sanfte, zärtliche, verträumte Maria, sondern es ist die leidenschaftliche, hingerissene, stolze, begeisterte Maria, die hier spricht."
Wie hören wir heute dieses „Revolutionslied“?
Die Welt beginnt sich trotz der Corona-Epidemie vorsichtig wieder zu drehen.
Wer sind heute die Mächtigen, die vom Thron gestürzt werden, wer die Reichen, die leer ausgehen? Denkt Gott heute noch an uns? Schaffe ich es, zu vertrauen, wie Maria es damals getan hat?

Stille…

Gebet (GL 676,4):
Maria, du warst in deinem Leben ganz auf Gott ausgerichtet –
Hilf uns, zu hören wie du
die Botschaft des Herrn für uns.
Hilf uns, zu glauben wie du
an den lebendigen und erfahrbaren Gott.
Hilf uns, zu vertrauen wie du
mit einem sehenden Herzen.
Hilf uns, zu lieben wir du
behutsam und bewahrend.
Hilf uns, Unbegreifliches anzunehmen wie du
in großer Zuversicht.
Hilf uns, zu warten wie du
mit bereitem Herzen, mit offenen Augen und Ohren und einer wachen Seele.
Maria, Mutter des Herrn,
hilf uns, zu glauben wie du.

Fürbitten:
Liebender Gott,
mit Maria kommen wir mit unseren Bitten zu dir
und vertrauen dir all unsere Sorgen und Nöte an:
    • Für alle Menschen, die keine Heimat haben und auf der Flucht sind.
    • Für alle, die nicht glauben und vertrauen können.
    • Für alle Kinder, die unter unwürdigen Lebensbedingungen aufwachsen.
    • Für unsere Verstorbenen und für alle, die um einen lieben Menschen trauern.
Gott, du bist groß und kannst unser Leben verwandeln.
Dafür loben wir dich heute und in Ewigkeit. - Amen.

Vater unser:

Lied:
Segne du, Maria (GL 535)

1. Segne Du Maria, segne mich Dein Kind.
Dass ich hier den Frieden, dort den Himmel find!
Segne all mein Denken, segne all mein Tun,
|: Lass in Deinem Segen Tag und Nacht mich ruhn! :|

2. Segne Du Maria, alle die mir lieb,
Deinen Muttersegen ihnen täglich gib!
Deine Mutterhände breit auf alle aus,
|: Segne alle Herzen, segne jedes Haus! :|

3. Segne Du Maria, unsre letzte Stund!
Süße Trostesworte flüstre dann Dein Mund.
Deine Hand, die linde, drück das Aug uns zu,
|: Bleib im Tod und Leben unser Segen Du! :|

(Text: Cordula (Peregrina) Wöhler 1870/1916, Melodie: Karl Kindsmüller 1916)


Segensbitte:
Liebender Gott,
begleite unsere Schritte,
wenn wir vorsichtig deine Welt erkunden.
Begleite uns, stärke uns und bewahre uns vor allem Scheitern.
So segne uns der Vater, der Sohn
und der Heilige Geist. - Amen.

 

 

Julius von Lorentz - Fröhliche Klavierimprovisation