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Samstag 21. März 2020
Ev Lk 18,9–14
Lied GL 422( Ich steh vor dir mit leeren Händen)

Gedanken zum Text
Wenn ich gerade mit Menschen über die Corona-Krise spreche, ist die Verunsicherung groß, was soll man, was darf man, was gilt und was nicht.
Und dann gibt es welche, die zuhause bleiben und andere, die Coronaparties feiern. Die einen nehmen es sehr ernst, anderen scheint es egal zu sein.
Diesen Zwiespalt erfahren Menschen auch im Blick auf Gott. Für die einen ist er Halt, Kraft und Trost, für andere ist er weit weg, wenn nicht sogar der Urheber des Übels. Und manchmal lebt beides gleichzeitig auch in mir.

Im Evangelium begegnen uns zwei, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Beide sind zum Beten gegangen.
Der eine macht auf mich fast den Eindruck, dass er Gott sagen will, was für ein „toller Kerl“ er doch ist und wie fromm.
Der andere würde sich am liebsten verkriechen.
Er traut sich kaum einen Schritt über die Schwelle, Vielleicht gibt es phasenweise beide Empfindungen auch in uns.
Manchmal voller Glauben und Vertrauen, manchmal voller Angst und Verzweiflung. Jesus sagt uns heute: Gott kennt dein Herz: Er liebt dich und: Er wirbt um das Herz von beiden in uns.

Fürbittgebet
Guter Gott, ich fühle mich nicht wohl und habe immer wieder Angst.
So viele Fragen schießen durch meinen Kopf.
Wie geht es jetzt weiter?
Bleibe ich gesund? Habe ich auch schon den Virus? Wie geht es den erkrankten Menschen bei uns und überall?
Mit all diesen Ängsten und Zweifeln komme ich zu Dir.
Du bist doch der liebe Gott seit meinen Kindertagen.
Ich schaue auf deinen Sohn am Kreuz, der all die Ängste und Nöte von uns Menschen selbst durchleben musste.
Und ich sehe die vielen Kreuze in unseren Tagen, die Leid und Trauer bringen, die Hoffnung auf eine Zukunft zerstören.
Bist du der gute Gott, der auch jetzt zu mir steht?
Ich will glauben, dass Du mir nah bist in deiner Liebe.
Ich will vertrauen, dass Du treu bleibst in deiner Kraft der Nähe. Ich will hoffen, dass du mich erfüllst mit deiner Barmherzigkeit.
Guter Gott, gib uns deinen Geist der Solidarität und Stärke, der Hoffnung und Zuversicht. Lass uns erkennen, was jetzt wichtig ist und zählt.
Du bist der gute Gott, der uns befreit und begleitet! Lass uns in diesem Glauben die nächsten Schritte wagen. Amen

Lied GL 365 (Meine Hoffnung und meine Freude)