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Samstag der 4. Osterwoche, 9.5.2020

L  Apg 13,44-52; Ev Joh 14,7-14

"Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater."

Diesen Satz aus dem heutigen Evangelium finde ich etwas schleierhaft. Welche Werke meint Jesus wohl? Krankenheilungen? Wunder? Einfach die Art und Weise, wie Jesus mit seinen Mitmenschen umgegangen ist? Seine Beziehung zu Gott?
All das bleibt für mich etwas rätselhaft.
Und dann auch die Frage: was heißt denn eigentlich: an Jesus glauben genau? Auch über diese Frage könnte man ganze Bücher schreiben.

Solche Sätze zeigen mir: nicht alles in der Bibel werde ich verstehen. Nicht jeden biblischen Text werde ich sofort mit meinem Leben direkt in Verbindung setzen können. Und dennoch eröffnet jeder Text neue Gedanken, neue Assoziationen, die ich mit dem Gelesenen verbinde.

An diesem Satz aus dem Evangelium ist es der Gedanke, dass Jesus uns ganz schön viel zutraut. Dass wir uns mit unseren Begabungen nicht verstecken brauchen, sondern durch unsere Werke die Welt mitgestalten sollen - und können. Jeder und jede auf ganz spezifische Weise. Der eine durchs Zuhören, die andere durchs Sprechen, der eine durchs Hinterfragen, die andere durchs Initiative-Ergreifen, der eine durch Theorie, die andere durch Praxis.

Für mich sind auch unsere Gemeinden wie ein Schiff, das voransegelt, in dem jeder und jede seine Begabungen - seine Werke - einbringt und wir so auf Kurs bleiben. Vielleicht mal in einen Sturm geraten, vielleicht auch mal ins Schwanken kommen, aber letztlich gemeinsam am Ruder sitzen und auf den Wellen des Lebens voransegeln.

Gebet:
Gott, lass uns unsere Begabungen in der Welt einbringen, sie entfalten, dein Reich damit aufbauen. Stärke uns besonders dann, wenn es schwierig wird in unserem Leben, wenn uns nichts so recht gelingen will. Sei bei uns, jetzt und alle Tage unseres Lebens.
Amen.