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Weltklimakonferenz - Flop oder doch Hoffnung

Vortrag von Dr. Michaelow

Über 60 Zuhören kamen am Sonntag, den 18. Januar 2026 nach Maximilian Kolbe, um sich über die Weltklimakonferenz aus erster Hand zu informieren. Der Referent Dr. Michaelow ist seit der 1. Weltklimakonferenz 1995 bei den Weltklimaverhandlungen dabei und zeichnete ein differenziertes Bild zur Weltklimakonferenz bei seinem Vortrag. Sein Fazit zu den Ergebnissen der COP30 in Brasilien:

  • Die Weltklimakonferenz in Belém hat das derzeit Mögliche herausgeholt, der Multilateralismus lebt weiter.
     
  • Geopolitische Krisen, globaler Protektionismus und der Aufstieg der (klimawandel-leugnenden) Populisten in vielen Ländern erschweren Durchbrüche bei der internationalen Klimapolitik. Gleichzeitig jedoch entsteht zusätzlicher Handlungsdruck durch die zunehmenden Extremwetterereignisse sowohl in armen als auch in reichen Ländern, z.B. Waldbrände in den USA, Gletschersturz in der Schweiz.
     
  • Es fehlt derzeit eine Führung bei diesem Thema: Die EU hat ihre Führungsrolle aufgrund interner Streitigkeiten und Angst vor Rechtspopulismus faktisch verloren.
     
  • China würde von einer Einnahme einer Führungsrolle profitieren, sieht aber darin zu viele politische Risiken – für mich stellt sich hier die Frage: wollen wir alle wichtigen Themen China überlassen.
     
  • Mit dem Ausstieg der USA fehlt zwar ein wichtiger Player, aber die USA kann die Verhandlungen daher auch nicht torpedieren.

Positiv an den Ergebnissen ist u.a. die Einigung auf einen Indikatorensatz für Anpassung. 
Bzgl. dem Pariser Klimaabkommen ist klar, dass das 1,5% Ziel verfehlt wird. Am Ende der Konferenz lagen immerhin für 113 Länder, das sind 55% aller Länder, die für 69% der Emissionen verantwortlich sind, überarbeitete nationale Klimaziele vor. Wenn diese umgesetzt werden, dann könnte der Temperaturanstieg auf 2,3-2,5°C (oder 0,8°-1°ggü. heute) bis 2100 begrenzt werden. Bedenklich: die Ziele der EU sind deutlich weniger ambitioniert wie die Ziele von Großbritannien!
Danke für den sehr interessanten Vortrag und die optimistische Perspektive, dass es zwar sehr mühsam ist, hier voranzukommen, aber dass es doch einen Fortschritt gibt, diesen Herausforderungen zu begegnen.

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