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Unsere Zeit, eine Zeit der Unverbindlichkeit.

Darum: Ein Plädoyer für die Verbindlichkeit

Kennen Sie das? Sie laden Ihre Freunde zu Ihrer Geburtstagsfeier ein. Und von vielen bekommen Sie keine Antwort. Kein „Danke“. Kein „Das ist ja nett“. Kein „Ja klar, da komme ich gerne“. Von ein paar wenigen tröpfeln unverbindliche, wage, wackelige Zusage ein: „Ich weiß noch nicht, ob es klappt. Ich schau mal.“

Unsere Zeit, eine Zeit der Unverbindlichkeit. Unverbindlichkeit, die sich wie klebriger Kaugummi durch alle Lebensbereiche zieht. Freundschaften, die oberflächlich sind. Weil es bequemer ist. Leichter, wenn man sich nicht um die Sorgen des Anderen kümmern muss. Partnerschaften, die offen sind. Weil man sich nicht festlegen möchte. Sich nichts entgehen lassen will. Weil es vielleicht noch andere gibt, die besser, perfekter zu einem passen. Arbeitgeber, die befristete Verträge herausgeben. Auf ein Jahr, auf zwei Jahre. Weil sie in Zeiten, die sich schnell verändern, flexibel bleiben wollen. Sich alle Möglichkeiten offen halten wollen. Stets auf noch besseres Personal schielen können. Weil sie mit der Angst der Angestellten spielen und so stets deren Limit aus ihnen herauspressen.

Unverbindlichkeit, eine Erscheinung unserer Zeit. Eine Entwicklung, die immer stärker an Fahrt aufnimmt, die immer größere Kreise zieht. Doch ich frage mich, wo sie hinführt? Was macht sie mit den Menschen? Mit der Wirtschaft? Mit der Natur? Wie sieht eine Welt aus, in der sich keiner festlegen möchte? In der es keine Beständigkeit gibt? In der niemand Verantwortung übernehmen möchte? Ist es nicht an der Zeit umzudenken? Ich finde ja! Ich stelle mich vehement und standhaft gegen diesen Trend. Versuche verbindlich zu sein. Entscheidungen zu treffen. Mich festzulegen. Warum? Weil ich merke, dass es sich lohnt. Weil es von unschätzbarem Wert ist, von Freunden getragen zu werden und Gespräche zu führen, die den eigenen Horizont erweitern und das Leben bereichern. Weil es ein wunderbares Gefühl ist, in Beziehungen Halt zu spüren und füreinander da zu sein. Und, weil ich es wichtig finde, Verantwortung zu übernehmen. Füreinander, untereinander und für die Welt. Probieren Sie es aus! Das, was Sie investieren, kommt zu Ihnen zurück!

von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de