Zum Inhalt springen
4179_pbs_schulanfang.jpg

Bild: Sarah Frank
In: Pfarrbriefservice.de

Die Liebe hilft, immer wieder neu zu beginnen

Gedanken (nicht nur) zum Schulanfang

„Hurra, ich bin ein Schulkind und nicht mehr klein. Hier hab ich viele Freunde, das find ich fein. In der Schule singen wir, schreiben, rechnen, zwei, drei, vier. Ich möchte vieles lernen, drum bin ich hier.“ – Mit diesem Lied drücken viele Erstklässler in den nächsten Tagen ihre freudige Spannung aus. Sie freuen sich, nicht mehr zu den Kleinen zu gehören. Sie freuen sich auf das Lesen und Schreiben. Sie freuen sich auf die Schultüte und auf das, was darin versteckt ist.

Ja, mancher Neuanfang ist wie eine Schultüte: Verheißungsvoll, vielversprechend, spannend. Es schwingt die Hoffnung mit, dass es gut geht, ja, noch besser wird. Ich wünsche den Erstklässern und ihren Familien, dass diese Hoffnung in Erfüllung geht und die Kinder den Start in die Schulzeit gut schaffen. Ich wünsche ihnen allen aber besonders, dass sie spüren dürfen, dass sie so, wie sie sind, wertvoll und geliebt sind – unabhängig von den Zensuren, die sich auf dem Zeugnis finden. Dieses Gefühl, diese Erfahrung ist für kleine Schüler ebenso wichtig und lebensnotwendig wie für uns Erwachsene als große Schüler des Lebens. Ein Kind auch mit seinen Schwächen zu akzeptieren, die Partnerin oder den Partner, Vater und Mutter auch mit Macken und Zickigkeiten zu achten und zu lieben – das ist in der Tat nicht immer einfach. Da brauchen wir immer wieder einen neuen Anfang – nicht nur am ersten Schultag, nicht nur mit dem Beginn einer neuen Woche.

Zwei gute Worte helfen mir dabei:

Das eine stammt von George Bernhard Shaw aus Irland. Er erhielt 1925 den Nobelpreis für Literatur und schreibt: „Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.“

Das andere stammt von einer Kollegin, die bei einem Abend der Besinnung jeder und jedem groß auf ein Blatt geschrieben hat: „Du bist von Gott gutgeheißen!“

Möge Gott mit seiner Nähe die kleinen und großen Anfänge in unserem Leben begleiten und uns so die Liebe ermöglichen zu ihm, unseren Mitmenschen und nicht zuletzt zu uns selbst.

Johannes Simon, Pastoralreferent, Bistum Würzburg